Aus ganz Europa nach Augsburg - 8. AEGEE Summer University (Unipress 4/2003)
Bereits seit 1996 veranstaltet die europäische Studentenvereinigung AEGEE in Augsburg einmal jährlich eine Summer University. Vom 16. bis zum 28. August 2003 waren wieder 23 Studenten aus ganz Europa eingeladen, Augsburg und seine Umgebung zu erkunden und vormittags an einem Sprachkurs teil zu nehmen.
AEGEE ist eine Organisation, die von Studenten für Studenten gegründet wurde. Ihren Ursprung hat AEGEE in Frankreich, von wo aus sich die Idee schnell auf ganz Europa und vor allem nach Osteuropa hinein ausgebreitet hat.
Seit 1993 existiert auch in Augsburg eine Studentengruppe, und seit 1996 wird jährlich eine Summer University veranstaltet, die europäischen Studenten zwei Wochen lang die Möglichkeit bieten soll, die deutsche Sprache und Kultur kennen zu lernen. So wurde auch dieses Jahr wieder ein Sprachkurs eingerichtet. Auf drei Levels konnten sich die 23 Teilnehmer verteilen. Die Gruppe der Anfänger, die nur wenige Worte deutsch konnten und die Gruppe mit fortgeschrittenen Sprachkenntnissen, waren etwa gleich groß. Als dritte Gruppe wurde ein Diskussions- und Landeskundekurs eingerichtet, in dem vier Teilnehmer mit nahezu zweisprachigen Fähigkeiten auf höchstem Niveau unterrichtet wurden.
Für Anspruch und Kurzweil sorgte auch das Nachmittagsprogramm, das trotz des sommerlichen Wetters kaum Zeit zum Baden ließ. Die erste Exkursion nach Kempten auf den Spuren der ehemaligen Reichs- und Stiftsstadt klang im Bierzelt der Allgäuer Festwoche aus, wo man sich schnell gegenseitig kennen lernte. So kam es, dass nach einer Maß Bier einträchtig Spanier neben Russen, Italiener neben Finnen, Franzosen neben Griechen und Slowenen neben Ukrainern zur bayerischen Blasmusik schunkelten und füreinander Interesse entwickelten. Darüber hinaus waren Teilnehmer aus Ungarn, Tschechien, Bulgarien und Serbien bei der Veranstaltung vertreten. Weitere Ausflüge nach Ulm, Nürnberg, München und Oberstdorf sowie die Besichtigung der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau rundeten das Programm ab. Auch eine Besichtigung der KZ-Gedenkstätte in Dachau stieß auf reges Interesse und sorgte für Nachdenklichkeit und innere Einkehr bei den Teilnehmern.
Die Durchführung der Summer University wäre den verantwortlichen Organisatoren, Sergej Galanzin, Treasurer von AEGEE-Augsburg, und Thomas Abele, Präsident der Augsburger Studentengruppe, allein nicht möglich gewesen. Treue und durchhaltewillige Helfer aus Augsburg, die nicht nur am Programm teilnehmen, sondern aktiv mitgestalten wollten, erleichterten die Durchführung des Projekts in vielfältiger Weise. Besonders hervorzugehen ist auch die großzügige Spendenbereitschaft einiger Augsburger Unternehmen, die den europäischen Völkerverständigungsgedanken handfest unterstützten und Naturalien von der Semmel über die Wurst bis zum Getränk spendierten. Auch eine eindrucksvolle Brauereiführung mit anschließend ebenso beeindruckender Brotzeit war unter den Wohltaten.
Der rege Email-Verkehr unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der seit der Summer University 2003 ununterbrochen anhält, lässt darauf schließen, dass die zwei Wochen sehr erfolgreich waren und Europa sich wieder ein Stückchen näher gekommen ist.